Linguistik-Labor

Linguistik Labor

Seit dem Wintersemester 2013/2014 verfügt das Institut für Linguistik der Universität Stuttgart über ein Linguistik-Labor für experimentelle Forschung. Folgende Studien werden durchgeführt:

  • Sprachproduktion
  • Sprachperzeption
  • Eye-tracking

Das Labor besteht aus 6 Arbeitsplätzen, die alle mit Computern und Kopfhörern ausgestattet sind. Diese Arbeitsplätze werden für Perzeptions- und Korpusstudien genutzt sowie zur Lehre. Zusätzliche Arbeitsplätze dienen Sprachproduktionsanalysen (in Verbindung mit einer schallgeschützten Kabine und qualitativ hochwertigen Aufnahmegeräten) und Eye-tracking-Studien (weitere Informationen hier).

Alle Arbeitsplätze sind mit folgender Software ausgestattet: R, Audacity, Praat, Python, und E-Prime.

Das Labor wird auch für die Lehre genutzt. Studierende erhalten damit die Möglichkeit, eigenen Erfahrungen in der experimentellen linguistischen Forschung zu sammeln.

 

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Personen und Projekte

 

Meine Forschung konzentriert sich hauptsächlich darauf, wie Sprachlerner suprasegmentelle Information im Sprachsignal einer fremden Sprache wahrnehmen. Es ist bekannt, dass Zweitsprachlerner oftmals nicht in der Lage sind, akustische Informationen im Sprachfluss im gleichen Maße wie Muttersprachler wahrzunehmen und zu nutzen. Meine aktuellen Forschungsvorhaben betreffen die Produktion und Perzeption verschiedener segmentaler und suprasegmentaler Aspekte des Englischen von deutschen Zweitsprachlernern.

 

Mein derzeitiges Forschungsinteresse liegt in der Frage nach der Interaktion von sprachlicher und gestischer Information. Ich verfolge diese Frage aus formal-­‐ semantischer Perspektive und plane derzeit einige Experimente zu dieser Fragestellung. Insbesondere möchte ich den Informationsbeitrag durch Gesten mit anderer nicht-­at‐ issue-­Information vergleichen, z.B. mit dem Beitrag von Appositivsätzen. Es sind eine Reihe von Rating-­‐Experimenten in Arbeit, die den Status der übermittelten Information durch Gesten und den aus Appositivsätzen genauer untersuchen soll.

Mein zweites großes Forschungsgebiet umfasst epistemische Indefinite und Quantoren, insbesondere mit Hinblick auf deren informationsstrukturellen Status. Als Teil eines durch die European Science Foundation geförderten Projekts der XPRAG-­‐Serie (http://www.euro-­‐xprag.org/activities/third-­‐call-­‐grants/), habe ich exzeptionell weite Skopuslesarten von Indefiniten im Englischen und Deutschen in einer vergleichenden experimentellen Studie untersucht (http://www.uni-­‐ stuttgart.de/hkom/publikationen/uni-­‐ kurier/uk107/forschen/neue_experimentelle.html). Diese Arbeiten wurden in Kooperation mit JProf Britta Stolterfoht (Universität Tübingen) und Prof. Tania Ionin (University of Illinois at Urbana-­‐Champaign) durchgeführt.

 

  • Fabian Schubö
    • Prosodie
    • Syntax-Prosodie-Schnittstelle
    • Intonation und Informationsstruktur

 

  •  Experimentelle Bachelorarbeiten, die am ILG entstanden sind:

2012 Carolin Krämer: Experimentelle Untersuchungen zur Gesteninterpretation .

2013 Stefanie Eggert: Indefinita im Englischen – ein Auswahlexperiment

 

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Eye Tracking

Das Eye-Tracking-Mini-Labor, seit Januar 2011 angesiedelt am Institut für Linguistik/Romanistik, wird zum WiSe2013/2014 in das neue Linguistik-Labor des Institutes für Linguistik integriert.

  • Was ist ein Eye-Tracker?

Ein Eye-Tracker ist ein Gerät, das Blickbewegungen aufzeichnet. Moderne Eye-Tracker, wie z.B. das Gerät des Linguistik-Labors (ein iView XTM High-Speed von SMI) verfügen über eine Software, die eine sehr genaue Analyse der verschiedenen Arten von Blickbewegungen (Fixationen und Sakkaden) erlaubt.

  • Eye-Tracking in der Forschung, oder: Wozu Eye-Tracking?

Die Methode des Eye-Tracking wird in den verschiedensten Disziplinen verwendet (Psychologie, Produktforschung, Linguistik ... ), an der Universität Stuttgart z.B. am Institut für Linguistik/Romanistik und am Institut für Konstruktionstechnik und Technisches Design (IKTD). Während das Forschungs- und Lehrgebiet Technisches Design des IKTD unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Thomas Maier daran forscht, wie Produkte gezielter den menschlichen Bedürfnissen angepasst werden können (siehe mehr dazu hier), wird Eye-Tracking in der Linguistik z.B. für Lesestudien verwendet. Über die Aufzeichnung und Analyse von Blickbewegungen sucht man in der Linguistik u.a. Antworten auf Fragen wie z.B. die folgenden (hier  notwendigerweise stark vereinfachend zusammengefasst):

  • Wie funktioniert Lesen? Wie lernen wir Lesen?
  • Wie verstehen wir geschriebene Sprache?
  • Wie verstehen wir die einzelnen Wörter unserer Sprache im Kontext? Wie greifen wir in unserem mentalen Lexikon auf sie zu?
  • Welche Wörter sind überhaupt in unserem mentalen Lexikon gespeichert? Und vor allem wie?

 

Ein Forschungsprojekt, das sich an der Universität Stuttgart z.B. mit diesen letzten beiden Fragen auseinandersetzt, ist das von Jun.-Prof. Dr. Daniela Marzo geleitete Projekt B7 Konversion zwischen Syntax und Lexikon im Französischen und Italienischen im SFB 732 Incremental Specification in Context. Nähere Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier .

  • Eye-Tracking in der Lehre

Im Rahmen des Moduls Sprache und Kognition sowie der Schlüsselqualifikation Empirische Methoden in der Linguistik des BA-Studienganges Romanistik werden die Studierenden der Romanistik in die Methode des Eye-Tracking eingeführt. Auch Studierende der anderen linguistischen Studiengänge sind v.a. in der Schlüsselqualifikation herzlich willkommen. Für eine Einführung außerhalb der Lehrveranstaltungen z.B. für eine Studienabschlussarbeit wenden Sie sich bitte direkt an Jun.-Prof. Dr. Daniela Marzo.

  • Öffentliche Veranstaltungen rund um Eye-Tracking am Institut für Linguistik

17.01.11: FSK-Workshop An Eye on Text and Object Design (Organisation Prof. Dr.-Ing. Thomas Maier, Jun.-Prof. Dr. Daniela Marzo, Dipl.-Ing. Antonio Botta; mehr Informationen finden Sie hier ).

Für weitere vergangene und zukünftige (2011 und 2012) Miniworkshops zum Eye-Tracking mit SMI Roadshow siehe die Homepage des Instituts für Linguistik/Romanistik der Universität Stuttgart, z.B. hier .

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Kalender

Für den Einstieg mit Event-Management finden Sie hier

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